Dienstag, 29. November 2011

Hello again.


So. Da bin ich wieder. Lange hat's ja gedauert.

Ich hoffe doch schwer, ihr habt mich ganz fest vermisst, wart jeden Tag auf meinem Blog und lechzten nach neuen lyrischen Ergüssen, die so gar nicht kamen. Viel zu lange habe ich euch auf dem Trockenen gehalten, drei Monate ist es schon her, dass ich mit euch mein Leben und (ja, ich weiss) vor allem Leiden geteilt hatte. Also, eigentlich sind es ja viel mehr - sogar fünf Monate. Ein Bild einer Erdbeere zeugt ja nicht gerade von lyrischem Durchfall, wobei diese Erdbeere dennoch eine ganz Besondere ist. Und wenn diese Person, der ich diese Erdbeere gewidmet habe, dies liest, dann sage ich nur so viel: Ich hätte liebend gerne eine Fortsetzung… Du weisch. :)

Ja, es ist wieder Zeit. Zeit, zu schreiben. Zeit, einen heissen Sommer und einen ziemlich verwirrten Herbst Revue passieren zu lassen. Zeit zu sinnieren. Zeit für Kaffee in der kalten, frostigen Wintersonne auf dem Lieblingsbalkon. Zeit zu entrümpeln. Zeit für Klartext. Zeit für Wein. Schweren, dunkelroten Saft.

Herr Frost klopft an. Katzen drehen durch (oder einfach meine, böh) und mit ihnen auch irgendwie alle Menschen. Jeder will was für den Winter, seien es eine Affäre, ein schneller Fick oder gar die grosse Liebe. Hauptsache jemand, der einem die kalten Füsse wärmt.

Die Tage wurden kürzer, die Nächte länger, kälter. Die Vorweihnachtszeit übergiesst uns mit Erdnüssli, Manderinli, Schoggi, Liechtli. Im Schnellspurt und in Hochgeschwindigkeit rasen wir gegen Ende Jahr, im Gepäck ein weiteres Jahr voller Leben, Lieben, Leiden. Normal.

Nur noch wenige Tage und die Stadt verwandelt sich in ein weihnächtliches Lichtermeer. Ich mag Lichter. Vor allem Weihnachtslichter. Die hängen bei mir das ganze Jahr im Zimmer. Nein, nicht aus Faulheit, ich bitte euch. Weil es gefällt. Romantisch und so. Kerzli habe ich auch viele. Duftende. Ja ja. Den Sinn für Romantik habe ich wieder entdeckt, aber bitte keinen Kitsch. Nun, fragt sich der eine oder andere: Kein Kitsch? Wie erklärst du denn bitte dein mit Weihnachtsbeleuchtung überflutetes Zimmer, liebe Rita? Nun, antworte ich: Kitsch liegt im Auge des Betrachters. Doch ich könnte der lieben Lucy schon Konkurrenz machen. Oh ja.

Item. Die Strumpfhosen sind montiert, und meine beige, supercoole Gangsta-Daunenjacke habe ich letzte Woche zum ersten Mal ausgeführt. Und ich denke, sie genoss es, die frische, eisige Luft einzuatmen, Menschen zu treffen. Nach monatelanger Abstinenz in meinem mottigen Kleiderschrank ist es ihr auch nicht vorzuwerfen. Meine geliebte Jeansjacke muss jetzt halt mal zuhause bleiben. Das arme Ding. Hat sie sich aber auch verdient.

Jedenfalls begab ich mich eben dieser beigen Daunenjacke, nennen wir sie mal Emma, weil ich beim Namen Emma an eine dicke, weiche, ja zukerwattige gute Fee denke, die mich mit ihren daunigen Armen wärmt, in Richtung Zee-City-Gäng. Doch dazu ein Andermal. Und nicht erst in fünf Monaten. Nenei. Das verspeche ich euch. Herz. 

random pics i found and loved on the internet and i don't remember (and don't care), where exactly i found them, so there are no sources at all.



























































Dienstag, 21. Juni 2011

Die Uhr tickt?


In weniger als zwei Monaten werde ich greise, uralte 27 Jahre alt. Also alt. Dann bin ich keine Mitt-Zwanzigerin mehr, sonder End-Zwanzigerin. Nah bei 30. Sehr nah. Nah bei Familie, Kinderkriegen, Commitment, Haus und Hund, Kuscheldecken und fancy Ikea-Poster. Nah am Ende meiner Jugend also. Eigentlich ja ein schönes Alter, die 30. Die drei mag ich eh lieber als die zwei. Gibt mehr her. Und hat schöne Rundungen. Die hab ich auch. Wurde mir zumindest mal gesagt. Naja. Panik habe ich trotzdem ein bisschen. Jedoch resultiert diese Panik lediglich aus den ungeduldigen Kommentaren einzelner Familienmitgliedern und auch aus den panischen Aktionen mancher männlicher Wegbestreiter, die uns weibliche Mitmenschen immer noch nicht so recht verstehen wollen oder wahrscheinlich nicht so recht verstehen können. 

Männer, die auf die grosse drei zuwandern. Die Peter Pans unserer Generation. Die kleinen Buben, die plötzlich mit grossen Erwartungen konfrontiert werden. Wobei sie sich diese grossen Erwartungen meist selbst zurechtschustern und uns Frauen dabei vegessen. Und mit dieser unausgesprochenen Konfrontation folgt die mit Abstand grösste Panikmacherei unserer jungen Generation. Auch wenn wir näher an der 30 als an der 20 sind, heisst das nicht, dass wir euch heiraten möchten. Nein, wir möchten noch keine Kinder, wir möchten kein Einfamilienhaus mit Garten. Noch nicht. Noch haben wir alle Zeit der Welt.

So schnell wie die Zeit vergeht, so schnell werden wir älter. So schnell werden wir von Familienmitgliedern (meistens von Müttern) mit dem herzallerliebsten Ausdruck "Enkelkinder" konfrontiert. Was Mami, du wünscht dir Enkelkinder zu Weihnachten? Oha, jetzt aber. Da brauchts noch was anderes dazu, liebe Mütter. Nebst der ungeheuren Lustlosigkeit, jetzt schon Kinder in die Welt zu stellen, bevor man nicht wirklich selber erwachsen ist, kommt da ein anderer Aspekt zum Vorschein. Und zwar der männliche Teil dieser ganzen Angelegenheit. Doch gelobt ist die Moderne, gelobt seien die zig Verhütungsmittel, Amen.

Ich weiss, liebe Mutter, auch wenn du in meinem Alter bereits verheiratest warst, heisst das noch lange nicht, dass ich das auch sein möchte. Nein, Vater, auch wenn ich im Moment Single bin, heisst das noch lange nicht, dass ich mein ganzes Leben alleine bestreiten werde. Selbst ist die Frau. Gopfetelli, nun gibt mir doch Zeit! Das Babymachen kann noch warten. Ich bin doch noch selbst ein Baby.

Zurück zu den Peter Pans. Ach. Liebe Männer. Liebe Buben. Wie auch immer ihr euch nennt, chill out. Wenn wir euch toll finden, heisst das noch lange nicht, dass wir euch heiraten möchten. Wenn wir euch zum Kaffee treffen möchten, heisst das noch lange nicht, dass wir einen Braten im Ofen haben wollen. Alter hin oder her, wir sind im fucking 21. Jahrhundert. Nur wenn einige jungen Frauen in unserem Alter bereits von Verlobung, Heirat oder (in meinen Augen) sonstigem mittelalterlichen Müll reden – hört doch mit dieser Pauschalisierung auf. Die Uhr tickt? My ass! Auch einige Frauen mit bald 30 sind noch nicht bereit für Hochzeit, sind noch nicht bereit, mit euch alt zu werden und monogam bis zum letzten Atemzug zu bleiben. Wir halten nicht alle Ausschau nach Prince Charming, der uns auf dem weissen Hengst vor uns selbst rettet und uns ihren kostbaren Samen spendet. Also, liebe Männer, wenn wir euch das nächste Mal fragen, den Sonntagabend mit Pizza, Bier und Gras zusammen zu verbringen, dann habt keine Angst. Wir wollen doch auch nur ficken. Geheiratet wird viel, viel später. Wenn überhaupt.

Montag, 13. Juni 2011

…

“You may not be her first, her last, or her only. She loved before she may love again. But if she loves you now, what else matters? She’s not perfect – you aren’t either, and the two of you may never be perfect together but if she can make you laugh, cause you to think twice, and admit to being human and making mistakes, hold onto her and give her the most you can. She may not be thinking about you every second of the day, but she will give you a part of her that she knows you can break – her heart. So don’t hurt her, don’t change her, don’t analyze and don’t expect more than she can give. Smile when she makes you happy, let her know when she makes you mad, and miss her when she’s not there.” - Bob Marley

Dienstag, 24. Mai 2011

Ein Abend und ein Wein.

Nun gut. Eigentlich sollte ich ganz andere Pendenzen erledigen, statt hier für meine 0,25 Leser wiedermal was unglaublich sinnvolles und weltbewegendes zu schreiben. Doch eben. Mein Name ist Programm und nach einem solchen von Hass, Missgunst und blödsinnigen Vorwürfen von soziopathischen Menschen getränkten Tag ertränke ich eben diesen in einem Glas (in einem Migros-Séléction-Tiramisu-Glas, um genau zu sein) Gewürztraminer. Der ist gut. Den mag ich. Obwohl es mittlerweile bereits drei Gläser wurden. Vier. Fünf. Hossa.

Es gibt so gewisse Tage. Tage, wo man alles über Bord schmeissen will. Tage, die einem das Leben so schwer machen, so dass man einfach nur noch Schreien möchte. Heute ist (beziehungsweise war) einer dieser Tage. Nebst dem üblichen Stress, gefolgt von fiesen  Gehässigkeiten von mir eigentlich nahen Menschen und dem Gefühl, in Arbeit zu ertränken, möchte ich nur noch Laut schreien. Oder mich verkriechen. Oder beides. Und trinken. Ja, ja. Der liebe Weisswein wird immer mehr zu einem treuen Begleiter.  Ich mag ihn. 

Jedenfalls sitze ich hier, die Mücken kreisen wirr um das Licht und wirken ähnlich nervös wie Crackbitches auf kaltem Entzug, vom Balkon weht ein lauer, angenehmer Wind in meine heiligen vier Wände, das Büsi buhlt um meine Aufmerksamkeit mit lautem Miauen und versperrt mir alle drei Minuten die Sicht auf den Computer. Doch die muss warten. Ich habe ja da einen Unterhaltungs-Auftrag zu erfüllen, gälled. Es scheint mir, dass auch sie das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom hat. Wenn es dieses wirklich gibt. Wir mögen uns.

Aber eben. Auch solche Tage gehen vorüber, meinst gefolgt von schönen Momenten, Sommerabenden in Parks und Dach-Gesprächen tief nachts. Ich mag die Nacht und die Nacht mag mich. Und nun werde ich mich mit dem übrig gebliebenen Wein, guter Musik und natürlich den obligaten Zigaretten auf den Balkon setzen, die Augen schliessen, meine Ohrläppchen kraulen und mich auf schönere Tage freuen. Die kommen. Bestimmt. Sehr zum Wohl. Glas Nummer sieben.








Dienstag, 26. April 2011

Der Sommer wird schon schön.

So. Ja, ich habe meinen geliebten Blog vernachlässigt. Sehr sogar. Manche munkeln gar, ich habe ihn bereits vergessen. Pah, vergessen, ich? Niemals! Ich vergesse nichts. Naja, fast nichts. Es sind ja die unangenehmen Sachen, die man gerne vergisst. Doch da zähle ich meinen Blog nicht dazu. So frei bin ich. Ja. 


Nun sitze ich hier mit (was wohl? Genau!) Zigis, Kaffee und dem besten Alpenkräuter-Eistee der Welt (lässt sich übrigens auch hervorragend mit Weisswein und/oder Vodka mischen, aber heute nicht), schaue aus dem Fenster und höre zwei Turteltauben gurren. Nein, keine liebeshungrigen Nachbarn, sondern echte Tauben. Die hocken hier schon seit geraumer Zeit, die Leben hier. Oben, irgendwo oberhalb meines Balkons. Länger als ich, ich bin erst seit zirka drei Wochen in der neuen WG. Ich mag es hier. Sehr sogar.


Die leisen, wohltuenden und unglaublich wahren Klänge von meinem neuen Lieblings-Sänger-Songwriter-Held-Superman Gisbert zu Knyphausen ertönen durch die billigen Boxen meiner billigen Lautsprecher. Ich könnte ihm mein ganzes Leben lang zuhören. Vielleicht werde ich das auch. Zumindest mal heute Nacht.




Und ja. Die Zeit vergeht. Es ist bereits Ende April, manche munkeln gar, der Sommer sei da. Und ja! Was haben wir getanzt! Was haben wir gesoffen! Was haben wir uns umarmt! Was haben wir uns gebräunt!


Ach, schöner Sommer. Schönes Zürich. Schönes Leben. Das Tüpfelchen auf dem i ist zudem, dass einige meiner engsten Freunde in unmittelbarer Nähe, also im selben Block wohnen. Drei Wohnungen, eine Kommune. Die hedonistische Lebensweise und der Leidenschaft zur Natur, zur Musik und sonstigen "schönen Sachen" kann man eigentlich 1:1 von den Kommunen der 70er-Jahre übernehmen. Aber eben, auch wir sind keine Vollblut-Hippies, frönen aber doch dem barfussen Lebensstil, bis dass man wieder zur gewohnten Arbeit schleichen muss. 


Natürlich birgt auch eine solche Kommune einige Nachteile – die exzessiven Grill-und-später-in-der-Küche-weiterfeiern-Abende wirken sich eher suboptimal auf meine Arbeit, meine Leber und meinen Geldbeutel aus. Doch hey, wir sind ja nur einmal jung, gälled. Auch das wird sich wieder legen, der Alltag wird uns schneller einholen, als uns eigentlich lieb ist und mit ihm der graue Trott. 


Doch bis dahin geniesse ich die Abende auf dem Balkon, im Garten und in der Küche mit meinen Liebsten. Zelebriere gute Weine, würzigen Braulio, Sommerdrinks mit Vanille-Glacé und O-Saft, die wunderbare Musik von Gisbert, das Kommunen-Schmusebüsi, Blumen im Haar, Sonntags-Spaziergänge, Fleisch und Reissalate und läute hiermit den definitiven Sommeranfang ein. Hossa!